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Muss an diesem Black Friday wirklich alles im Angebot sein?

Geschrieben von Orderchamp | 18.09.2026, 13:54:04
Black Friday lässt schnell jede Aktion wie ein reines Zahlenspiel wirken. Aus zwanzig Prozent werden dreißig, aus dreißig werden vierzig, und schon bald kann es so aussehen, als müssten Sie Ihr gesamtes Sortiment reduzieren, um mithalten zu können. Für unabhängige Einzelhändler ist das jedoch nur selten der klügste Ansatz.
 
Eine starke Black-Friday-Aktion muss nicht die größte sein. Sie sollte für Ihre Kundschaft klar, relevant und attraktiv sein und Ihnen gleichzeitig genügend Spielraum für den restlichen Saisonverlauf lassen.
 

1. Beginnen Sie mit dem Angebot, nicht mit dem Rabatt

Bevor Sie entscheiden, wie hoch der Rabatt ausfallen soll, sollten Sie zunächst festlegen, was Sie mit der Aktion eigentlich erreichen möchten. Ein Rabatt auf das gesamte Sortiment ist nur eine Möglichkeit, Black Friday anzugehen. Sie könnten die Aktion auf eine kleinere Produktauswahl konzentrieren, einen Mindestbestellwert nutzen, um einen höheren Warenkorbwert zu fördern, oder ein Geschenk zum Einkauf anbieten, damit das Angebot attraktiver wirkt, ohne den Preis jedes einzelnen Produkts zu senken.
 
Entscheidend ist, dass Ihr Angebot leicht verständlich ist und dazu passt, wie Ihre Kundschaft ohnehin einkauft.
Ein Einrichtungsgeschäft könnte zum Beispiel ein Angebot rund um das Thema Bewirten mit Gläsern, Kerzen und Tischaccessoires zusammenstellen. Ein Beautyshop könnte ein kleines Geschenkset mit Handpflege und Accessoires anbieten. Ein Lifestylegeschäft könnte eine Tasse, Socken und eine kleine Aufmerksamkeit zu einem unkomplizierten Geschenk kombinieren. Die Aktion fühlt sich weiterhin besonders an, während Sie mehr Kontrolle darüber behalten, was Sie tatsächlich rabattieren oder zusätzlich anbieten.
 
 
 

2. Rechnen Sie vom Preis aus zurück, den Ihre Kundschaft sieht

Statt mit „Wir geben 20 % Rabatt“ zu beginnen, starten Sie mit dem Preis, den Ihre Kundschaft sehen soll, und rechnen Sie von dort aus zurück. Wenn ein Produkt normalerweise 50 € kostet und Sie es für 40 € anbieten möchten, schauen Sie sich den Einkaufspreis an und berechnen Sie, was Ihnen dabei noch bleibt. Ist die verbleibende Marge noch gesund, wenn Sie Versand, Verpackung und weitere Kosten berücksichtigen? Wenn nicht, braucht die Aktion möglicherweise eine andere Struktur.
 
Genau deshalb ist es so wichtig, von Anfang an gut einzukaufen. Ein wettbewerbsfähiger Einkaufspreis gibt Ihnen mehr Spielraum, um ein attraktives Angebot zu schaffen, ohne Ihre Marge zu stark zu reduzieren. Wenn Sie von einem Produkt bereits überzeugt sind und erwarten, größere Mengen zu verkaufen, lohnt es sich außerdem zu prüfen, ob die Marke Mengenrabatte anbietet. Ein niedrigerer Stückpreis kann Ihnen mehr Spielraum bei Ihrer Black-Friday-Preisgestaltung geben, solange die zusätzliche Menge für Ihr Geschäft weiterhin sinnvoll ist.
Auch die Versandkosten sollten Sie berücksichtigen. Kostenloser Versand oder eine Versandfreigrenze können die tatsächlichen Kosten Ihrer Bestellung senken und Ihnen ein klareres Bild davon geben, wie viel Spielraum Sie für Ihre Aktion wirklich haben.
 

3. Schaffen Sie mehr Spielraum, bevor Black Friday beginnt

Der einfachste Zeitpunkt, um Ihre Marge zu schützen, ist vor dem Event, wenn Sie noch einkaufen. Ein besserer Einkaufspreis verschafft Ihnen später mehr Möglichkeiten, während flexible Zahlungsbedingungen Ihnen zusätzlichen Spielraum geben können, wenn Sie sich vor einer umsatzstarken Verkaufsphase mit Ware eindecken. Mit einem besseren Einkaufspreis können Sie Ihren Verkaufspreis beibehalten, einen Teil der zusätzlichen Marge für eine Aktion nutzen oder ein stärkeres Angebot zusammenstellen, ohne Ihre Marge so schnell zu belasten.
 
Auf dem Orderchamp Marketplace hilft Ihnen das Badge Best Price Guarantee, Produkte mit wettbewerbsfähigen Einkaufspreisen schneller zu erkennen und Angebote leichter zu vergleichen. Das Gleiche gilt während der Digital Fair, bei der teilnehmende Marken ausgewählte Kollektionen mit exklusiven Angeboten verfügbar machen. Diesen zusätzlichen Einkaufsspielraum müssen Sie nicht direkt an Ihre Kundschaft weitergeben. Sie können ihn auch einfach nutzen, um Ihr Black-Friday-Angebot flexibler zu gestalten.
 

4. Keep your commitment flexible

Black Friday kann dazu verleiten, größere Mengen als gewöhnlich einzukaufen, aber mehr Bestand bedeutet nicht automatisch mehr Umsatz. Wenn Sie eine neue Marke, eine Geschenkidee oder eine saisonale Kategorie testen möchten, können kleinere Erstbestellungen helfen, das Risiko zu reduzieren. Mit dem Filter Low Order Minimum finden Sie leichter Marken, die Sie mit einer kleineren Erstbestellung testen können. Das ist besonders hilfreich, wenn Sie mehrere Richtungen gleichzeitig ausprobieren möchten – von kleinen Geschenken und Beautyprodukten bis hin zu Produkten für das Bewirten von Gästen oder saisonalen Accessoires. Weitere Inspiration dazu, wie Sie saisonale Produkte mit verlässlichen Bestsellern kombinieren können, finden Sie in unserem Leitfaden zum Aufbau eines Herbst-/Wintersortiments.
 
Wenn eine Richtung gut funktioniert, können Sie nachbestellen. Wenn nicht, haben Sie nicht zu viel Budget in Bestand gebunden, den Sie im Dezember noch verkaufen müssen.
 

5. Gestalten Sie die Aktion so, dass sie einen echten Mehrwert bietet

Kunden reagieren nicht nur auf höhere Rabattprozente. Sie reagieren auf Angebote, die nützlich, zeitlich passend und leicht verständlich sind. Das kann zum Beispiel ein Bundle, ein Mindestbestellwert, ein zeitlich begrenztes Geschenk zum Einkauf oder ein kurzer Aktionszeitraum sein. Ein Bundle kann besonders effektiv sein, weil Sie durch eine gezielte Zusammenstellung zusätzlichen Mehrwert schaffen. Kombinieren Sie zum Beispiel eine Kerze mit einem Kerzenhalter, eine Tasse mit einer Feinkost-Spezialität oder stellen Sie ein kleines Selfcare-Set aus Handcreme, Seife und einem Beauty-Accessoire zusammen.
 
 
 
Für unabhängige Einzelhändler ist genau diese gezielte Auswahl ein Vorteil. Sie wissen, welche Produkte gut zusammenpassen, und Black Friday ist ein guter Zeitpunkt, dieses Wissen in ein attraktives Angebot zu verwandeln.
 

6. Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt

Black Friday muss längst nicht mehr nur einen einzigen Freitag bedeuten. Das heißt aber nicht, dass Ihre Aktion mehrere Wochen laufen muss. Ein kürzerer Aktionszeitraum kann mehr Dringlichkeit schaffen, während ein Early Access treuen Kunden einen zusätzlichen Vorteil bietet, ohne die öffentliche Aktion zu verlängern. Sie könnten das Angebot zum Beispiel zuerst für Ihre Newsletter-Abonnenten freischalten, es über das Black-Friday-Wochenende laufen lassen oder ausgewählte Angebote bis zum Cyber Monday verfügbar halten.
 

Der richtige Zeitpunkt hängt von Ihrem Geschäft und Ihren Kunden ab. Planen Sie die Aktion rund um die Momente, die für Ihre Zielgruppe am wichtigsten sind, und nutzen Sie Ihren übergeordneten Retail-Kalender, damit Black Friday Ihre übrigen saisonalen Aktivitäten unterstützt, statt sie zu stören.

7. Schützen Sie, was nach Black Friday kommt

Black Friday liegt direkt am Beginn einer der wichtigsten Verkaufsphasen des Jahres. Deshalb sollte jede Aktion auch mit Blick auf den Dezember sinnvoll sein. Bevor Sie ein Angebot starten, überlegen Sie, was Ihnen danach noch bleibt. Reduzieren Sie Produkte, die sich auch weiterhin gut als Weihnachtsgeschenke verkaufen würden? Verkaufen Sie Bestand, der den ganzen Winter über relevant bleibt? Lässt sich Ihre Black-Friday-Präsentation anschließend nahtlos in Ihre Weihnachtsinszenierung überführen? Die stärksten Aktionen schaffen Dynamik, ohne den restlichen Saisonverlauf zu erschweren.
 
Genau deshalb kann ein selektiver Ansatz so gut funktionieren. Sie können gezielt Aufmerksamkeit für einen Teil Ihres Sortiments schaffen und den Rest für die kommenden Wochen bereithalten.
 

Fünf Fragen, die Sie sich vor dem Start stellen sollten

 
Bevor Sie entscheiden, wie Ihre Black-Friday-Aktion aussehen soll, stellen Sie sich folgende Fragen:
 
  1. Was möchte ich mit diesem Angebot erreichen?
  2. Brauche ich dafür wirklich einen Rabatt?
  3. Wie viel Spielraum habe ich bei meiner Marge?
  4. Wie viel Bestand möchte ich dafür einplanen?
  5. Ist das auch nach Black Friday noch sinnvoll?
Black Friday kann für unabhängige Einzelhändler ein starker Verkaufszeitpunkt sein, muss aber nicht zu einem Wettbewerb darum werden, wer den höchsten Rabatt bietet. Kaufen Sie mit ausreichend Spielraum ein, bleiben Sie bei Ihren Bestellmengen flexibel und gestalten Sie ein Angebot, das sowohl für Ihr Geschäft als auch für Ihre Kunden funktioniert. Die beste Black-Friday-Aktion ist nicht unbedingt die mit dem höchsten Rabatt. Entscheidend ist, einen klaren Kaufanreiz zu schaffen, ohne mehr Preisnachlass zu geben als nötig.